Macht Alkohol impotent und unfruchtbar? Neue Studien


Alkohol und Impotenz

Alkohol soll nicht nur zu Impotenz führen, sondern auch die Spermien abtöten und den Penis schrumpfen lassen. Aber stimmt das wirklich?

Ich habe mir die neusten Studien angeschaut, um die “nüchterne Wahrheit” herauszufinden.

Los geht’s!

Führt Alkohol zu Impotenz?

Hier die kurze Antwort:

Erhöhter Alkoholkonsum kann sowohl kurzfristig die Erektionsfähigkeit einschränken als auch langfristig zu chronischer Impotenz führen. Die Ursache ist, dass Alkohol (ein Nervengift) die Testosteronproduktion verringert, Nerven schädigt und die Wahrscheinlichkeit psychischer Krankheiten drastisch erhöht.

Okay, lass uns das Thema gemeinsam unter die Lupe nehmen:

Kurzfristige Auswirkungen

Geringste Mengen an Alkohol (z.B. ein kleines Bier) wirken zunächst positiv auf deine Potenz. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Alkohol wirkt in diesen Mengen angstlösend, schmerzlindernd und entspannt sowohl deinen Körper als auch den Geist. Aus diesem Grund kann sich auch die Muskulatur im Penis entspannen, was zur Weitung der Blutgefäße führt.

Auch deine Libido wird aufgrund der entspannenden Wirkung zunächst erhöht. Die sexuelle Lust nimmt also zu, welche den Grundstein zur Entstehung einer Erektion legt.

Konsumierst du allerdings mehr Alkohol, dann werden die zunächst positiven Effekte so stark, dass sie negativ wirken. Ab ca. 0,4-0,5 Promille treten die ersten negativen Beeinträchtigungen ein.

Alkoholpegel bei Bier

Das entspricht bei einem 75 Kg schweren Mann etwa:

  • 660 ml Bier (2 kleine Biere)
  • 300 ml Wein (2 kleine Weingläser)
  • 8 cl Schnaps (4 einfache Schnapsgläser)

Ab dieser Menge werden die Blutgefäße zu stark geweitet. Das führt zwar zu einem größeren Blutzufluss in den Penis, aber gleichzeitig wird auch der Blutabfluss vergrößert.

Kurze Auffrischung: Eine Erektion entsteht, wenn mehr Blut in den Penis rein fließt als wieder herauskommt.

Es wird also für deinen Körper immer schwieriger eine Erektion zu erzeugen und diese aufrecht halten zu können.

Bei einem Vollrausch (>1 Promille) ist es daher nicht unüblich, dass Männer darüber klagen “keinen mehr hochzubekommen”.

Alkoholgehalt

Bei einem 75 Kg schweren Mann entspricht das:

  • 1650 ml Bier (5 kleine Biere)
  • 700 ml Wein (eine kleine Flasche Wein)
  • 22 cl Schnaps (11 einfache Schnapsgläser)

Zudem desensibilisiert Alkohol die Nerven. Das hat zur Folge, dass du beim Sex deutlich weniger spürst. Die sexuellen Reize durch Reibung nehmen also ab.

Gleichzeitig kannst du dich unter Alkoholeinfluss weniger gut konzentrieren. Und abschweifende Gedanken reduzieren die sexuellen Reize, die durch Gedanken erzeugt werden.

Sexuelle Reize sind allerdings die Grundvoraussetzung für deinen Körper eine Erektion aufrechtzuerhalten.

SCHON GEWUSST?

Im Vollrausch können oftmals selbst PDE-5-Hemmer (Potenzmittel) wie Viagra oder Cialis nicht mehr helfen.

Selbst wenn diese Reize trotz erhöhtem Alkoholkonsum bestehen bleiben, dann kann es dennoch zu Problemen kommen. Denn das Nervengift beeinflusst auch die Weiterleitung der Reize über das Nervensystem.

Anders ausgedrückt:

Der Geist will, aber der Körper kann nicht.

Sobald der Blutalkohol wieder abgebaut wurde, ist auch der Körper wieder erektionsfähig. Ein einmaliger Rausch führt daher in der Regel nicht zu dauerhaften Schäden.

ZUSAMMENFASSUNG:

Geringste Mengen an Alkohol haben eine potenzsteigernde Wirkung. Ab einem Promillegehalt von 0,4‰ wirkt sich Alkohol negativ auf die Erektionsfähigkeit aus.

Mit zunehmendem Alkoholkonsum wird es immer schwieriger eine Erektion zu bekommen und diese aufrechtzuerhalten. Der Effekt des Nervengifts ist hier allerdings vorübergehend.

Langfristige Auswirkungen

Werden größere Mengen Alkohol über einen langen Zeitraum getrunken, kann es zu einer dauerhaften Impotenz kommen. [1]

SCHON GEWUSST?

Impotenz ist ein Synonym für “erektile Dysfunktion” und wird auch “Erektionsstörung” genannt. Es wird definiert als die Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen und diese aufrechterhalten zu können.

Die folgenden 4 Hauptursachen tragen dazu bei:

  • #1 Nervenschäden (direkt)
  • #2 Hormonstörungen (direkt)
  • #3 Psychische Krankheiten (indirekt)
  • #4 Geschlechtskrankheiten (indirekt)
Alkohol macht impotent

Lass uns die einzelnen Punkte mal im Detail anschauen.

#1 Nervenschäden

Alkohol ist ein Nervengift. Insbesondere große Mengen wirken daher toxisch auf die Nerven sowie das zentrale Nervensystem. [2]

Bei Alkoholikern oder starken Trinkern kann das zu dauerhaften Schädigungen im Gehirn führen.

Die Folge sind unter anderen, dass sexuelle Reize nicht richtig weitergeleitet werden können. Da eine jede Erektion im Kopf entsteht, kann sie daher komplett ausbleiben.

#2 Hormonstörungen

Alkoholkonsum kann sowohl die Testosteronproduktion verringern als auch den Abbau von Östrogen hemmen. [3]

Es wird nicht nur weniger Testosteron produziert, sondern auch die Menge des weiblichen Sexualhormons Östrogen erhöht. Dieses Ungleichgewicht kann zur Verweiblichung des Mannes führen.

Alkohol verringert Testosteron

Alkoholiker leiden daher oft an einem chronisch niedrigen Testosteronspiegel. [4] Alkohol ist aber nur eine von insgesamt 18 Ursachen von Testosteronmangel.

Die Folgen sind unter anderem:

Für eine vollständige Liste, schau dir meinen Artikel über die 19 Symptome von Testosteronmangel an.

#3 Psychische Krankheiten

Erhöhter Alkoholkonsum geht häufig mit einem sozialen Abstieg einher. Zudem führt das ständige Vergleichen mit anderen “erfolgreicheren” Männern zu Minderwertigkeitskomplexen, Depressionen bis hin zu Selbsthass.

Das erklärt, warum in Studien mehrfach festgestellt wurde, dass Alkoholiker in der Regel ein unterdurchschnittlich hohes Selbstvertrauen haben. [5]

Im sexuellen Kontext reduziert das die Libido sehr stark. Sie ist allerdings eine wesentliche Komponente bei der Potenz von Männern und Frauen.

Hier handelt es sich allerdings um eine indirekte Auswirkung. Der reine Konsum von Alkohol soll keine psychischen Erkrankungen verursachen.

#4 Geschlechtskrankheiten

Die enthemmende Wirkung von Alkohol in Kombination mit einem reduziertem Denkvermögen unter Alkoholkonsum, ist Ursache für die Übertragung zahlreicher Geschlechtskrankheiten.

Denn im betrunkenen Zustand findet Sex häufig unverhütet statt. Dadurch steigt unter anderem das Risiko HIV, Hepatitis oder Chlamydien zu bekommen oder zu übertragen.

Der reine Alkoholkonsum führt aber nicht zu Geschlechtskrankheiten. Es ist daher eine indirekte Folge.

Darüber hinaus geht Alkoholkonsum oft mit anderen gesundheitsschädlichen Gewohnheiten wie Rauchen oder dem Konsum von Drogen einher. Diese können ebenfalls zur Impotenz beitragen.

ZUSAMMENFASSUNG:

Übermäßiger Alkoholkonsum kann langfristig zu Impotenz führen. Alkohol schädigt die Nerven sowie die Testosteronproduktion. Zudem fördert es indirekt die Entstehung psychischer Krankheiten und Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

>> 19 Ursachen von Erektionsstörungen

Wie viel Alkohol macht impotent?

Bei Alkohol gilt: Die Menge macht das Gift.

Die Frage lautet also: Wie viel ist okay?

Das Risiko von Impotenz kann stark reduziert werden, wenn die folgenden Empfehlungen eingehalten werden.

Die Empfehlung pro Tag und nicht häufiger als 5 mal pro Woche lautet:

  • Für Männer: Maximal 20 g reinen Alkohol
  • Für Frauen: Maximal 10 g reinen Alkohol [6]

20g reiner Alkohol entspricht beim Mann:

  • 0,5l Bier
  • 150 ml Wein
  • 4 cl Schnaps (2 Schnapsgläser)
Empfohlene Alkoholmenge pro Tag

Wird regelmäßig die doppelte Menge eingenommen, so erhöht sich das Risiko enorm. [7]

Spielt das jeweilige Getränk (Bier, Wein oder Schnaps) eine Rolle?

Das Getränk selbst spielt eine untergeordnete Rolle, da die Menge an Alkohol (“Ethanolgehalt”) für die Auswirkungen verantwortlich ist.

Dennoch schneidet Bier besonders schlecht ab im Vergleich zu Wein und Schnaps für die Männergesundheit.

Der Grund? Bier wird mit Hopfen gebraut. Diese Pflanze enthält hochpotente Phytoöstrogen, also Substanzen, die in ihrer Struktur dem weiblichen Östrogen gleichen.

Sie wirken daher im Körper wie schwäche Östrogene und können den Testosteronspiegel senken.

SCHON GEWUSST?

Frauen mit einem zu niedrigen Östrogenspiegel wird die Einnahme von Hopfen empfohlen, um die Hormone wieder auf Normalniveau zu bekommen.

So widersprüchlich es klingt, es ist wahr:

Hormonell gesprochen trinkt ein ECHTER Mann kein Bier.

ZUSAMMENFASSUNG:

Die akzeptable Alkoholmenge bei Männern beträgt 20 ml pro Tag an maximal fünf Tagen pro Woche. Bei Frauen ist es die Hälfte.

Das Getränk spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Bier ist aufgrund der enthaltenen Phytoöstrogene besonders ungeeignet für den Mann.

Statistiken zu Alkohol und Impotenz

Hier die aktuellen Studienergebnisse:

Dieses Bild darf verwendet werden mit Namensnennung: “Potenz-Tipps.de” + Link zu diesem Artikel.

Experten vermuten, dass bei diesen Zahlen die Dunkelziffer zudem sehr hoch ist.

Der Grund? Eine Studie hierzu fand heraus, dass 71% der Alkoholiker bereits ein Jahr an Impotenz litten, bevor sie zum ersten Mal zum Arzt gegangen sind. [11]

Weitere Statistiken aus Deutschland:

  • Pro Person werden jährlich im Schnitt 134 Liter Alkohol getrunken (9,5 Liter reiner Alkohol) [12]
  • 1,77 Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. [13]
  • 15% der Männer und 7% der Frauen trinken täglich Alkohol. 
  • 13% der Männer und 23% der Frauen trinken gar keinen Alkohol. [14]
  • Je älter ein Mann, desto häufiger trinkt er Alkohol. Ganze 40% der über 75-Jährigen trinken täglich. [15]
  • Die risikobehaftete Menge an Alkohol nimmt allerdings mit zunehmendem Alter ab. Nur 7,5% der über 75-Jährigen trinken im Übermaß. Bei 15 bis 34-Jährigen sind dies rund 30%. [16]
  • Jährlich sterben rund 74.000 Menschen an riskantem Alkoholkonsum. [17]

Interessant finde ich, dass wir Menschen mit dem Thema Alkohol scheinbar vernünftiger im Alter umgehen.

Die Frequenz des Alkoholkonsums nimmt zwar statistisch zu, aber die Menge nimmt immer mehr ab. Wir mutieren also eher zu “Genusstrinkern”.

Warum also nicht gleich die Großeltern oder Eltern als Vorbild nehmen?

Ich persönlich trinke rund 2-3 mal im Jahr zu besonderen Anlässen ein Glas trockenen Rotwein. Das letzte Bier oder hochprozentiger Schnaps sind mittlerweile schon Jahre her.

Und ich fühle mich super damit. Auch (fast) all meine Freunde und Verwandten akzeptieren das mittlerweile.

Übrigens: Statistiken darüber wie viele Männer eine erektile Dysfunktion aufgrund des Alkoholkonsums haben, gibt es (verständlicherweise) keine. Denn Alkohol ist nur eine von vielen Ursachen von Erektionsstörungen.

Potenzprobleme haben meist multifaktorielle Ursachen.

ZUSAMMENFASSUNG:

Mehr als 61% der Alkoholiker leiden an Impotenz. Die größten Beschwerden sind hier Erektionsstörungen und eine fehlende Libido. Die Dunkelziffer soll allerdings sehr hoch sein.

Macht Alkohol unfruchtbar?

Zunächst kurz zum Unterschied zwischen Impotenz und Unfruchtbarkeit:

  • Impotenz = Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen und aufrechterhalten zu können
  • Unfruchtbarkeit = Unfähigkeit, ein Kind zu zeugen

Es ist längst bewiesen, dass Alkohol in der Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann. Auch vor einer Schwangerschaft soll es die Fruchtbarkeit einer Frau negativ beeinflussen. [18]

Hier möchte ich mich allerdings auf die Fruchtbarkeit beim Mann fokussieren. Die zwei Hauptfaktoren sind hier:

Die Frage lautet also: Kann Alkohol auch die Spermien negativ beeinflussen?

Das sagen aktuelle Studien:

  • In einer Metastudie (eine Untersuchung vieler Studien) mit über 16.000 Männern wurde eine reduzierte Spermienzahl durch Alkoholkonsum nachgewiesen. Zudem wurden einige Spermien in ihrer Form verändert. Moderater Konsum hatte allerdings keine Einwirkungen auf die Spermien. [19]
  • Weitere Studien bestätigen, dass Alkohol die Spermienzahl, -qualität und -beweglichkeit reduzieren. Zudem sollen auch die Hoden sowie der Penis schrumpfen. [20]
  • Insbesondere der Alkoholkonsum in frühen Jahren soll schädlich sein, da es die DNA verändern kann. [21]
Alkohol macht unfruchtbar

Übrigens, deformierte Spermien erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten. [22]

ZUSAMMENFASSUNG:

Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Unfruchtbarkeit sowohl bei Männern als auch Frauen beitragen. Beim Mann wird durch Alkohol sowohl die Spermienzahl als auch die Spermienqualität verringert.

Macht Alkoholverzicht Potenzprobleme rückgängig?

Bei einmaligem Alkoholkonsum stellt sich die Potenz und Fruchtbarkeit in der Regel sofort nach dem Abbau des Alkohols wieder her.

Bei exzessivem und langfristigem Alkoholismus ist es im Wesentlichen von drei Faktoren abhängig:

  • 1) Die Intensität und Dauer des Alkoholkonsums
  • 2) Die Art der Schäden
  • 3) Das Alter und die Genetik

Schäden an den Nerven und im Gehirn sind laut aktueller Forschung teilweise reversibel. Es kann allerdings bis zu 5-7 Jahre dauern, bis die komplette Heilung eintritt. [23]

Alle restlichen Schäden am Nervensystem bleiben nach dieser Zeit meist bestehen.

Hormonstörungen sind allerdings meist vollständig rückgängig zu machen. Die Testosteronproduktion kann sich häufig bereits nach 2-3 Monaten erholen. [24]

Bitte lass dich von diesen Zahlen nicht entmutigen. Es ist nie – wirklich absolute niemals – zu spät, um Alkohol den Rücken zu kehren oder zumindest den Konsum stark zu reduzieren.

ZUSAMMENFASSUNG:

Die Schäden kurzfristiger Alkoholexzesse können in der Regel innerhalb kurzer Zeit wiederhergestellt werden. Bei langfristigem Alkoholismus sind die Schäden teilweise reversibel.

Zusammenfassung

Übermäßiger Alkoholkonsum kann sowohl kurzfristig als auch langfristig zu Impotenz führen.

Kurzfristig reichen Mengen von 0,4 Promille bereits aus, um bereits die Erektionsfähigkeit negativ zu beeinträchtigen. Hier sind die Auswirkungen meist nur temporär.

Zu einer chronischen Einschränkung der Potenz kann das Nervengift in der Regel erst nach einer längeren Konsumdauer und -intensität führen.

Hier verursacht Alkohol primär Schäden am Nervensystem und dem Hormonsystem. Beide sind Grundvoraussetzung für die Entstehung einer Erektion.

Auch indirekt kann Alkohol zu Impotenz beitragen, indem es psychische Krankheiten fördert und die Wahrscheinlichkeit von Geschlechtskrankheiten erhöht.

Die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen wird ebenfalls negativ beeinträchtigt. Beim Mann führt erhöhter Alkoholkonsum zu einer Verminderung der Spermienqualität und -anzahl.

Die negativen Effekte durch Alkohol an der Potenz können je nach Intensität und Dauer teilweise oder ganz rückgängig gemacht werden.

Wie wäre es also, den “Schnaps davor” mit einem “Tee davor” zu ersetzen?

Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt:

Chris Corsen

Chris hat einen Master of Science in Ernährungswissenschaften und litt Mitte 20 für ganze zwei Jahre an Erektionsstörungen, einem Testosteronmangel, und einem Libidoverlust. Durch zahlreiche Selbstexperimente und Arztbesuche konnte er schließlich all seine Potenzprobleme überwinden. Hier zeigt er dir, wie du das Gleiche erreichen kannst! Klicke hier, um mehr zu erfahren.

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