Machen Drogen impotent? Das sagen aktuelle Studien


Drogen und Impotenz

Jährlich sterben in Deutschland rund 1200 Menschen an Drogenkonsum. [1] Drogen sollen zudem auch Erektionsstörungen auslösen können. Aber stimmt das wirklich?

Machen Drogen impotent?

Stand aktueller Forschung können alle illegalen Drogen langfristig zu Impotenz führen. Auch einige legale Drogen können Erektionsstörungen hervorrufen. Die Wirkung hängt allerdings stark davon ab welche Droge konsumiert wurde.

So viel zur kurzen Antwort. Lass uns nun das Thema unter die Lupe nehmen.

Los geht’s!

Wie können Drogen impotent machen?

Kurz zur Definition, um sicherzugehen, dass wir auch vom Gleichen sprechen:

  • Impotenz = Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr unzureichende Erektion zu bekommen und diese aufrechterhalten zu können

Deshalb wird Impotenz als auch Synonym für eine erektile Dysfunktion und Erektionsstörungen verwendet. Du wirst hier also alle drei Begriffe regelmäßig lesen. Gemeint ist aber dasselbe.

Zurück zum Thema: Wie können also Drogen zur Impotenz führen?

Hier hilft ein Blick in meinem Artikel über die Entstehung einer Erektion. Denn hier wird der komplexe Wirkmechanismus einer Erektion auf eine einfache Weise bildlich dargestellt.

Und du wirst eines feststellen:

Jede Erektion startet im Kopf.

Dort werden nicht nur sexuelle Reize empfangen, sondern auch über die Nervenbahn zum Penis geleitet.

Dementsprechend können nicht nur direkte Schädigungen im Penis zur Impotenz führen, sondern auch Schäden im Gehirn, dem Herz-Kreislauf- und dem Nervensystem.

Dieses System ist sehr sensibel. Das erklärt, warum beispielsweise bereits Fahrradfahren impotent macht oder auch die Sitzheizung zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Drogen können auf fünf verschiedenen Ebenen Schäden verursachen:

  • 1) An Nerven und Blutgefäßen → Erektionsfähigkeit ↓
  • 2) Am Hormonsystem → Testosteron ↓
  • 3) An Spermien → Fruchtbarkeit ↓
  • 4) Am Belohnungssystem → Libido ↓
  • 5) Indirekt → Beispielsweise psychische Erkrankungen und Geschlechtskrankheiten ↑
Wie Drogen die Potenz beeinflussen

Dieses Bild darf verwendet werden mit Namensnennung: “Potenz-Tipps.de” + Link zu diesem Artikel.

Lass uns die einzelnen Punkte mal genauer anschauen.

#1 Schäden an Nerven und Blutgefäßen

Die tatsächliche Wirkung ist hier stark von der jeweiligen Droge abhängig. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Betäubende Drogen: Alkohol, Heroin, Beruhigungs- und Schlafmittel
  • Stimulierende Drogen: Kokain, Crack, Speed, Nikotin, Koffein
  • Halluzinogene Drogen: LSD, MDMA, Ecstasy, Cannabis
Wirkungsarten von Drogen

Die genaue Auswirkung illegaler Drogen auf die Nerven und Blutgefäße ist bislang sehr schlecht erforscht. Denn viele Nutzer halten den Konsum geheim, um Rechtsstrafen zu entgehen.

Bei legal erhältlichen Drogen (Alkohol, Nikotin, Koffein) sieht das anders aus. Hier sind die schädlichen Effekte sehr gut untersucht. Mehr dazu später.

Führende Wissenschaftler der Drogenforschung vermuten:

Alle Drogen, welche die Sinneswahrnehmung maßgeblich beeinflussen können, haben das Potenzial bleibende Schäden am Nervensystem zu verursachen und können daher zu Impotenz führen. [2]

Nur weil also der schädliche Effekt einzelner Stoffe teilweise noch nicht erforscht wurde, solltest du dennoch deinen gesunden Menschenverstand benutzen und die Wirkung hinterfragen.

SCHON GEWUSST?

Über 400.000 Menschen müssen in Deutschland pro Jahr aufgrund von übermäßigem Drogenkonsum behandelt werden. [3]

Einige Drogen können darüber hinaus auch den Blutkreislauf stören, welcher für die Erektionsfähigkeit eine essenzielle Rolle spielt. [4]

Auch hier kommt es auf die entsprechende Droge an.

Kokain beispielsweise verursacht eine Gefäßverengung wodurch die Durchblutung geringer wird. Nikotin hingegen schädigt die Zellwände, sodass es zu Ablagerungen kommt, welche ebenfalls die Durchblutung reduzieren.

#2 Schäden am Hormonsystem

Ebenso wie eine Erektion im Kopf entsteht, so wird auch die Testosteronproduktion im Gehirn gestartet. Genauer gesagt im Hypothalamus.

Der Hypothalamus ist eine Art Kontroll- und Schaltzentrale in deinem Körper, der alle möglichen Körperfunktionen überwacht:

  • Körpertemperatur
  • Testosteronproduktion
  • Hunger und Durst

Für die Testosteronproduktion werden Reize vom Gehirn an die Hoden weitergeleitet, wo das Testosteron anschließend produziert wird.

Der Konsum von Drogen kann hier dazu führen, dass die Reize in deinem Gehirn schwächer werden oder gar komplett ausfallen.

Drogen senken das Testosteron

Über einen längeren Zeitraum kann das zu Testosteronmangel führen. Drogen sind daher eine von insgesamt 18 Ursachen von Testosteronmangel.

#3 Schäden an Spermien

Nicht nur die Testosteronproduktion findet in den Hoden statt, sondern auch die Produktion von Spermien.

Durch den Konsum von Drogen kann nicht nur die Anzahl verringert werden, sondern auch die Qualität der Spermien stark beeinträchtigt werden. [5]

Auch hier ist die jeweilige Droge ausschlaggebend.

#4 Schäden am Belohnungssystem

Hauptakteur in deinem Belohnungssystem ist der Botenstoff “Dopamin”.

Immer dann, wenn dein Hypothalamus ansprechende Reize empfängt, wird Dopamin ausgeschüttet und sorgt für Glücksgefühle.

Hier ein paar Beispiele:

  • Der Geruch eines frisch gebackenen Kuchens
  • Das Schauen eines Pornos
  • Das Geräusch einer stöhnenden Frau

Die Dopaminausschüttung führt in deinem Körper zur Lust auf diese Dinge. Ebenso wie es die Lust auf Sex (“Libido”) verursacht.

Insbesondere betäubende Drogen (Alkohol, Heroin) können das Belohnungssystem komplett aus der Bahn werfen und somit den Drang zur Sexualität stark verringern. [6]

Drogen beeinflussen das Belohnungssystem

#5 Indirekte Schäden

Zudem können Drogen auch indirekt die Potenz beeinflussen.

Drogenkonsum wird beispielsweise oft begleitet von psychischen Erkrankungen. Viele Nutzer berichten über Minderwertigkeitskomplexe, Selbsthass oder gar tiefe Depressionen. [7]

Und das kann deine Libido so stark verringern, dass schon gar keine sexuellen Reize mehr an den Penis weitergeleitet werden. Erektionen können folglich komplett ausfallen.

Ebenso erhöht sich mit dem Drogenkonsum auch die Wahrscheinlichkeit, sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten zu bekommen.

Wissenschaftler haben längst nachgewiesen, dass Drogenkonsum oft mit unverhütetem Sex einhergeht. Dadurch wird das Risiko von beispielsweise HIV und Hepatitis C erhöht. [8]

ZUSAMMENFASSUNG:

Drogen können auf fünf unterschiedliche Weisen impotent machen.

Sie können auf direktem Wege zu Schädigungen am Nerven- und Hormonsystem führen, die Blutgefäße beeinträchtigen und das Belohnungszentrum in seiner Funktion stören.

Indirekt erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit psychischer Erkrankungen und Geschlechtskrankheiten. Die tatsächliche Auswirkung ist aber je nach Droge unterschiedlich.

>> 19 Ursachen von Erektionsstörungen

Welche Drogen machen impotent?

Droge ist ein sehr schwammiger Begriff. Denn dahinter verstecken sich mehrere tausend Substanzen mit den unterschiedlichsten Wirkungsweisen.

In diesem Artikel gehe ich daher nur auf die üblichsten Drogen in Deutschland ein. Diese lassen sich rechtlich unterteilen in:

  • 1) Legale Drogen
  • 2) Illegale Drogen

Die Wirkung dieser Drogen ist nicht nur von Mensch zu Mensch verschieden, sondern auch bei der Qualität und den Inhaltsstoffen des entsprechenden Produkts gibt es große Unterschiede.

Das erklärt, warum sich einige Konsumenten unter Kokain unsterblich fühlen und andere bei der Benutzung eine langanhaltende Panikattacke erleben oder gar an einem Herzstillstand sterben. [9]

Zudem sind Wechselwirkungen mit anderen Drogen und Medikamenten bisher kaum erforscht. Viele Inhaltsstoffe können sich in ihrer Wirkung potenzieren.

SCHON GEWUSST?

Medikamente werden im englischsprachigen Raum als “drug” bezeichnet. Die Apotheke und Drogerien werden daher “drugstore” genannt.

Sollte also dein Penis unter Drogenkonsum nicht richtig funktionieren, dann solltest du ohne eine ärztliche Absprache auch keine PDE-5-Hemmer (Viagra, Cialis, usw.) benutzten!

Die Einnahme von Medikamenten gegen Erektionsstörungen ist bereits eine immense Belastung für den Körper. Mehr als 2,000 Tote werden derzeit mit der Nutzung von PDE-5-Hemmern assoziiert. [10]

Die Einnahme von Viagra gegen eine durch Drogen verursachte Erektionsstörung ist also der Versuch Drogen mit Drogen zu bekämpfen.

Wichtig: Selbst wenn einige Drogen in dieser Auflistung nicht explizit genannt werden, solltest du dennoch davon ausgehen, dass diese einen negativen Effekt auf deine Potenz haben. (Von der Gesundheit ganz abgesehen)

Illegale Drogen

Cannabis, Marihuana und Haschisch (“Gras”)

Cannabis - Marihuana

Lass uns für Klarheit sorgen, worüber wir uns unterhalten:

  • Cannabis = lateinisches Wort für Hanf (geringer THC-Gehalt)
  • Marihuana = getrocknete Blüten der Hanfpflanze (mittlerer THC-Gehalt)
  • Haschisch = gepresstes Harz der Hanfblüte (höchster THC-Gehalt)

Alle drei Substanzen werden auch umgangssprachlich als Gras, Weed oder Pot bezeichnet. Und wenn von “Kiffen” die Rede ist, dann ist das Rauchen dieser Stoffe gemeint.

Der Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) gibt an, wie stark die berauschende Wirkung der Droge ist.

Cannabis ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland. Sie wird überwiegend von Männern zwischen 18-25 Jahren geraucht. [11]

SCHON GEWUSST?

Über 28% der Deutschen zwischen 18-64 haben Cannabis bereits versucht. [12]

Die Droge wird meist mit Tabak gemischt und als selbstgedrehte Zigarette (“Joint”) in einer Bong oder einer Pfeife geraucht. Seltener werden auch Cookies damit gebacken.

Aber kann “Gras” auch impotent machen?

Ja, kann es:

  • In einer Studie an 3.395 Männern konnte ein vierfach erhöhtes Risiko einer erektilen Dysfunktion bei Konsumenten von Cannabis nachgewiesen werden. [13]
  • Zwei weitere Studien konnten zeigen, dass einmaliges Rauchen pro Woche bereits genug ist, um die Spermienqualität und damit die Fruchtbarkeit zu senken. [14, 15]

Einige wenige Studien konnten keinen oder sogar eine leicht positive Auswirkung von Marihuana auf die Potenz nachweisen. [16] Der überwiegende Teil der Studien spricht allerdings dagegen.

Der häufige Konsum von Cannabis soll zudem dazu führen, dass sich die Blutgefäße im Penis nicht weiten können. Die Erektionen werden dadurch schwächer oder bleiben komplett aus.

Und was ist mit der Libido?

In einer Untersuchung an 373 Konsumenten von Marihuana berichten 34% von einer größeren sexuellen Lust nach dem Rauchen der Pflanze. [17] Die Anzahl der Geschlechtspartner soll durch den Konsum ebenfalls zunehmen. [18]

Es kann dabei zu einem für Drogen sehr typischen Phänomen kommen:

Der Geist will, aber der Körper kann nicht.

Aber wie sieht es mit Testosteron aus?

In einer Studie konnte ein leicht niedrigerer Testosteronspiegel nach Drogenkonsum nachgewiesen werden. [19] In einer anderen Untersuchung wurde allerdings das Gegenteil festgestellt. Raucher von Cannabis hatten hier einen leicht erhöhten Testosteronspiegel. [20]

Wiederum andere stellen gar keine Auswirkung auf das Testosteron fest. [21] Die Studienlage zu Testosteron ist also gemischt. Für ein endgültiges Fazit sind daher mehr Studien notwendig.

ACHTUNG: Cannabis soll zudem den Blutdruck senken können. [22] Viagra und andere PDE-5-Hemmer senken ebenfalls den Blutdruck.

Die Wirkung von Viagra kann dadurch nicht nur gesenkt werden, sondern es kann auch zu einem lebensgefährlichen Blutunterdruck führen.

In all diesen Untersuchungen muss berücksichtigt werden, dass das alleinige Rauchen das Risiko einer erektilen Dysfunktion drastisch erhöht.

Mehr Informationen findest du in meinem Artikel zum Thema: Rauchen und Impotenz.

ZUSAMMENFASSUNG:

Der Konsum von Cannabis, Marihuana oder Haschisch kann das Risiko von Impotenz um bis zu 400% erhöhen. Zudem kann es die Fruchtbarkeit verringern.

Die Libido soll durch den Konsum allerdings gesteigert werden. Zur Auswirkung auf den Testosteronspiegel ist die derzeitige Studienlage gemischt.

Ecstasy, MDMA, Amphetamine, Crystal Meth, LSD und Ketamin

Im Vergleich zu Cannabis sind diese psychoaktiven Substanzen weniger gut erforscht. Sie werden außerdem auch seltener konsumiert:

  • Etwa 3,9% der Deutschen haben Ecstasy bereits ausprobiert. [23]

Insbesondere Crystal Meth ist in der Techno-Szene sehr beliebt. Es sorgt dafür, dass der Körper nicht zur Ruhe kommt. Das erkennst du oft daran, dass sie stundenlang ohne Pause hektisch tanzen.

Aber können diese Stoffe auch impotent machen?

  • In einer Studie an 701 Männern wurde bei 36,4% der Konsumenten eine erektile Dysfunktion festgestellt. 38,6% hatten einen Libidoverlust. [24]
  • In einer Untersuchung an 1.159 Männern haben rund 50% über reduzierte Erektionen und eine verringerte Libido berichtet. Das Risiko einer erektilen Dysfunktion war hier doppelt so hoch als bei der Kontrollgruppe. [25]
  • In einer Studie an 1.056 Männern in Taiwan wurde herausgefunden, dass 30,8% der Nutzer von Ketamin an Erektionsstörungen leiden. Das Risiko zur Kontrollgruppe war auch hier rund doppelt so hoch. [26]

Weitere Ergebnisse aus Studien:

  • 29% der Nutzer berichten über intensivere Orgasmen [27]
  • 36% erwähnten eine längere Zeitdauer bis zur Ejakulation [28]

Die synthetischen Drogen sollen also einerseits Erektionsstörungen verursachen und andererseits den Sex intensiver machen.

Zudem wurde in Versuchen an Ratten eine verringerte Fruchtbarkeit nachgewiesen. [29]

SCHON GEWUSST?

Einige dieser Drogen können ebenfalls eine schmerzhafte Dauererektion auslösen. Also eine Erektion, die länger als 4 Stunden ohne sexuelle Reize anhält. Sie kann unbehandelt ebenfalls zur Impotenz führen.

Wie sieht es mit Testosteron aus?

  • In einer Studie mit MDMA wurde eine geringere Testosteronproduktion nachgewiesen. MDMA soll die Ausschüttung der entsprechenden Hormone im Hypothalamus hemmen. [30]
  • Eine weitere Untersuchung an Ratten kommt zum gleichen Ergebnis. [31]

ZUSAMMENFASSUNG:

Die Einnahme von Drogen ähnlich zu Ecstasy und Crystal Meth kann das Risiko einer erektilen Dysfunktion verdoppeln. Zudem soll die Testosteronproduktion gehemmt und die Fruchtbarkeit verringert werden.

Dennoch berichten Konsumenten beim Sex über intensivere Orgasmen und eine erhöhte Ausdauer.

Kokain (Koks), Crack und Speed

Kokain und Speed

Kokain wird auch “Koks” genannt und ist ein weißes Pulver, das meist über die Nase aufgenommen wird. Wird es zu Crack verarbeitet, dann kann man die Substanz auch rauchen.

4,1% der Deutschen haben bereits Koks ausprobiert. [32] Und das, obwohl es nach Heroin das größte Sucht- und Schadenspotenzial hat. [33]

Sowohl Kokain aus auch Speed gehören zu den stark aufputschende Substanzen. Beide führen in der Regel zur Ausschüttung von Dopamin, was mit positiven Gefühlen einhergeht.

Das erklärt auch, warum ca. 40-50% der Nutzer über eine erhöhte Libido und vermehrt sexuelle Fantasien berichten. [34]

Der einzige größere Unterschied liegt in der Wirkdauer. Kokain soll seine Hauptwirkung “nur” 1-2 Stunden ausüben, wohingegen Speed rund 5-6 Stunden aktiv bleibt. [35]

Wie sieht es mit der Potenz aus?

  • In einer Untersuchung wurden bei 62% der Kokain- und Alkoholabhängigen eine erektile Dysfunktion festgestellt. [36]

Direkte Studien zur alleinigen Auswirkung von Kokain auf die Potenz habe ich leider keine gefunden. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass der prozentuale Anteil von erektilen Dysfunktionen bei Nutzern sehr hoch ist.

Der Grund? – Kokain und Speed haben eine gefäßverengende Wirkung. Und da sich im Penis die dünnsten Arterien im männlichen Körper befinden, kann das die Durchblutung stark verringern.

Speed und Kokain führen zu Erektionsstörungen

Wenn der Blutdruck steigt, konzentriert sich der Körper auf die Versorgung überlebenswichtiger Organe. Der Penis gehört nicht dazu.

Insbesondere bei Speed ist der Effekt durch zahlreiche Erfahrungsberichte in der Praxis bestätigt.

“Es ist wie wenn im Kopf ein Porno abläuft und die Nudel im kalten Wasser hängt.”

– Anonymer Nutzer

Es gibt zudem zahlreiche Theorien, dass sich die Wirkung bei regelmäßigem Konsum verstärkt. Studien hierzu stehen noch aus.

Auswirkungen von Kokain und Speed auf den Testosteronspiegel beim Mann konnten bislang keine nachgewiesen werden. [37, 38]

ZUSAMMENFASSUNG:

Kokain, Crack und Speed haben eine gefäßverengende Wirkung, welche zu Potenzproblemen beitragen kann. Dennoch soll die Libido durch den Konsum gesteigert werden. Die Studienlage ist allerdings bislang recht dünn.

Heroin

Heroin

Von allen illegalen Drogen weltweit gilt Heroin als die mit Abstand gefährlichste.

Warum? Sowohl das Schadenspotenzial als auch die Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit sind hier am höchsten. [39]

Ich persönlich konnte meinen Augen kaum glauben als ich auf der offiziellen Webseite der Drogenbeauftragten für Deutschland las, dass ca. 1,7% der Deutschen bereits Heroin versucht haben. [40]

Okay, aber wie sieht es mit der Potenz aus?

Von allen untersuchten Drogen in einer Studie wurde bei Heroin die höchste Wahrscheinlichkeit einer erektilen Dysfunktion festgestellt. [41]

Allerdings ist die Studienlage zu Heroin und seiner Auswirkung auf die Sexualfunktion sehr dünn. Das liegt vermutlich daran, dass die gesundheitlichen Schäden deutlich schlimmer sind.

Allein in den USA sterben jedes Jahr rund 23.000 Menschen an den Folgen von Heroin. [42]

ZUSAMMENFASSUNG:

Heroin hat nicht nur auf die allgemeine Gesundheit, sondern auch auf die Sexualfunktion den höchsten schädlichen Einfluss. Es hat zudem den höchsten Suchtfaktor von allen Drogen.

Legale Drogen

Alkohol

Alkohol

Alkohol ist ein Nervengift und kann bei übermäßigem Konsum kurz- und langfristig zur Impotenz führen.

Kurzfristig führt es dazu, dass deine Blutgefäße zu stark geweitet werden, um den notwendigen Blutdruck für die Entstehung einer Erektion aufzubauen.

Zudem desensibilisiert es deine Nerven, wodurch du weniger beim Sex spürst.

Auch deine Gedanken schweifen unter Alkoholeinfluss deutlich öfter ab. Beides führt zu geringeren sexuellen Reizen, die notwendig sind, um eine Erektion aufrechterhalten zu können.

Langfristig wirkt Alkohol toxisch auf dein Nervensystem, sodass Reize nicht richtig weitergeleitet werden können. [43] Auch dein Testosteronspiegel wird hierdurch reduziert. [44]

Das erklärt, warum ganze 61% der Alkoholiker von Impotenz berichten. [45]

SCHON GEWUSST?

77% der Drogenabhängigen in Deutschland sind von Alkohol abhängig, 22% von illegalen Drogen und nur rund 1% von Medikamenten. [46]

Bei Alkohol kommt es allerdings auf die Menge und Häufigkeit an. Hier gilt:

Die Menge macht das Gift.

Wie viel “zu viel” ist, findest du in meinem Artikel zum Thema: Alkohol und Impotenz.

Dort wird auch erklärt, inwiefern Schäden von Alkohol umkehrbar sind.

ZUSAMMENFASSUNG:

Alkohol kann das Nervensystem schaden, was nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig zu Erektionsproblemen führen kann. Die Konsummenge ist hier entscheidend.

Nikotin

Nikotin aus Zigarette

Ja, auch Nikotin ist eine Droge.

Das in der Zigarette enthaltene Nervengift kann ebenfalls zur Impotenz führen. [47, 48] Hier ist der Prozess im Vergleich zu Alkohol allerdings eher schleichend.

Der Grund ist hier, dass Rauchen deine Blutgefäße sowie die Schwellkörper schädigt.

In deinen Blutgefäßen sorgt es dafür, dass immer mehr Ablagerungen die Gefäße verstopfen. In den Schwellkörpern des Penis führt es dazu, dass nicht mehr so viel Blut hineinfließen kann.

Bei über 20 Zigaretten am Tag kann so das Risiko von Impotenz um bis zu 65% steigen. [49] Auch die Fruchtbarkeit nimmt Studien zufolge um durchschnittlich 23% ab. [50]

Mehr Statistiken und weitere Informationen zur Auswirkung findest du in meinem Artikel: Rauchen und Impotenz.

ZUSAMMENFASSUNG:

Rauchen schädigt die Blutgefäße und Schwellkörper des Penis. Mit der Zeit kann das zur Impotenz führen.

Koffein

Koffein

Anders als alle vorherigen Drogen soll Koffein eine positive Auswirkung auf die Potenz von Männern haben.

Nicht umsonst hat Kaffee es in meine Liste der 13 besten potenzsteigernden Lebensmittel geschafft.

Studien haben herausgefunden, dass 1-3 Tassen Kaffee pro Tag mit einem um 37% verringerten Risiko einer erektilen Dysfunktion einhergeht. [51]

Auch das Testosteron konnte durch die Einnahme von Koffein um bis zu 21% erhöht werden. [52]

Zu viel der stimulierenden Droge kann sich auch hier negativ auf die Gesundheit und die Potenz auswirken.

ZUSAMMENFASSUNG:

Das in Kaffee enthaltene Koffein soll bei moderater Einnahme das Risiko von Impotenz senken. Zudem kann es den Testosteronspiegel erhöhen.

Medikamente

Medikamente

Auch Medikamente sind als Drogen anzusehen. Denn ihre Wirkung ist teilweise ebenso potent wie die Einnahme illegaler Substanzen.

Eine Vielzahl verschreibungspflichtiger Medikamente kann zur temporären Impotenz führen. Aus diesem Grund begrenze ich mich hier auf die Oberkategorien:

  • Antidepressiva und Beruhigungsmittel
  • Bluthochdrucksenker
  • Schmerzmittel
  • Medikamente gegen hohe Cholesterinwerte

In einer Kölner Studie wurde zudem die Vermutung geäußert, dass bis zu 25% der erektilen Dysfunktionen auf Medikamente zurückzuführen sind. [53]

Genauere Informationen findest du in meinem Artikel zum Thema: Impotenz durch Medikamente.

ZUSAMMENFASSUNG:

Insbesondere Medikamente zur Blutdrucksenkung und Beruhigung, gegen Schmerzen und gegen hohe Cholesterinwerte können zur Impotenz führen.

Ist eine Impotenz durch Drogen reversibel?

Um diese Frage zu beantworten wäre selbst eine Doktorarbeit nicht ausreichend.

Das hat drei Gründe:

  • 1) Jede Droge ist unterschiedlich

Nicht nur ist die Wirkung von Droge zu Droge verschieden, sondern auch deren Inhaltsstoffe.

In vielen illegalen Drogen sind die tatsächlichen Inhaltsstoffe allerdings unbekannt. Anders als bei Medikamenten wird hier die Zusammensetzung nicht aufgelistet und geprüft.

  • 2) Jede Person reagiert anders auf Drogen

Jeder Mensch ist einzigartig, sowohl optisch als auch körperlich. Um die Auswirkung der Drogen zu testen bedarf es daher großangelegter Studien, die bisher kaum existieren.

  • 3) Die Intensität des Konsums
Heilung der Impotenz durch Drogen

Okay. Das ist vermutlich nicht das, was du hören wolltest. Aber es ist die Wahrheit. Es gibt leider keine Richtlinie à la “In 6 Monaten ist wieder alles gut”.

Die einzige Studie, die ich hierzu fand, ist diese:

  • In einer Studie an 905 Männern wurde nach einem Jahr Abstinenz nur vereinzelt Verbesserungen nachgewiesen. [54]

Und dennoch: Es ist nie – absolut niemals – zu spät mit Drogen aufzuhören!

Ich persönlich bin der Meinung, dass mit dem richtigen Lifestyle alles zu einem gewissen Grad heilbar ist. Auch die Auswirkungen von harten Drogen.

Außerdem habe ich noch nie einen alten Mann sagen hören: “Ach, hätte ich damals bloß nicht mit Drogen aufgehört.”

Was ich allerdings schon gesehen habe, ist, wie ein guter Freund aus der negativen Spirale von Drogen nicht mehr heraus kam und vor einen Zug gesprungen ist.

Hey du, professionelle Hilfe ist wirklich nur einen Anruf entfernt: www.kmdd.de

ZUSAMMENFASSUNG:

Inwiefern eine Impotenz durch Drogen reversibel ist, ist Stand aktueller Forschung noch ungewiss. Es kommt nicht nur auf die entsprechende Droge, sondern auch auf die Person und die Intensität des Konsums an.

Zusammenfassung

Sowohl illegale Drogen als auch legale Drogen können zu Impotenz führen. Nicht nur die Erektionsfähigkeit kann negativ beeinflusst werden, sondern auch die Fruchtbarkeit, Libido und der Testosteronspiegel.

Insbesondere Drogen, welche einen großen Einfluss auf die Sinneswahrnehmung haben, können bleibende Schäden im Gehirn verursachen. Das kann zur Potenzschwäche oder gar Impotenz führen.

Inwiefern die Schädigungen reversibel sind, hängt von zahlreichen Faktoren ab und ist daher von Fall zu Fall verschieden.

DISCLAIMER: Die Informationen in unserer Antwort sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum. Aufgeführte Substanzen können dem BtMG (Betäubungsmittelgesetz) unterliegen. Besitz, Erwerb und Handel damit sind strafbar. Wenn die Stoffe frei verfügbar sind, heißt das nicht, dass ihr Gebrauch ungefährlich ist. Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Potenz-Tipps.de übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch irgendeine Art der Nutzung der Informationen dieses Textes entstehen.

Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt:

Chris Corsen

Chris hat einen Master of Science in Ernährungswissenschaften und litt Mitte 20 für ganze zwei Jahre an Erektionsstörungen, einem Testosteronmangel, und einem Libidoverlust. Durch zahlreiche Selbstexperimente und Arztbesuche konnte er schließlich all seine Potenzprobleme überwinden. Hier zeigt er dir, wie du das Gleiche erreichen kannst! Klicke hier, um mehr zu erfahren.

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